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Nov 3, 2005
Jungle

Jungle ist ein Stil der elektronischen Musik, der sich durch schnelle gebrochene Rhythmen, sogenannten Breakbeats, auszeichnet. In Deutschland und England werden damit verwandte, aber nicht identische Genres bezeichnet.
Der Stil entstand über den Umweg des Hardcore Techno und unter starken Einflüssen der Tradition von Raggamuffin und Dancehall aus dem House. Jungle gilt als Vorläufer des stark von synthetischer Klangfarbe und Rhythmen (Breakbeat) geprägten Musikstils Drum and Bass.

Zur Bezeichnung "Jungle"
Die Bezeichnung Jungle leitet sich ab von einer als Concrete Jungle bezeichneten Gegend in Kingston, Jamaika. Zudem kommt allerdings die Tatsache, dass eines der ersten Jungle-Stücke ein Sample enthielt, in dem ein jamaikanischer Soundsystem-Toaster zu "Maxiumum respect to all the junglists" aufrief. Dies bezog sich auf eine Clique von Jamaikanern, welche viel in einem öffentlichen Park in Kingston chillten, der von den Locals "the Jungle" genannt wurde. Der Name blieb hängen. Das Sample kam übrigens von einem "Yard Tape" (live Mitschnitt von einer Soundsystem Session) aus den 70er Jahren.

Beschreibung
Jungle besteht aus elektronisch beschleunigten und zerhackten Beats. Vor allem die Breaks alter Funk-Stücke wurden dazu eingesetzt. Besonders beliebt ist dabei der so genannte Amen-Break aus dem Stück "Amen my Brother" von The Winstons. Ein weiterer gern benutzter Break ist das des Stückes "Apache" der Michael Viner's Incredible Bongo Band. Als Kontrast zu den schnellen Beats wird meist eine halb so schnelle, also in Half Time gespielte Bassline eingesetzt. Im Vergleich zum heutigen Drum'n'Bass hatten die Breakbeats einen metallisch scheppernden, sich überschlagenden Klang.
Jungletracks sind allgemein in einem Tempo von rund 170 BPM gehalten. Diese Geschwindigkeit ist so gewählt, dass das menschliche Gehör bereits stark versucht ist, die schweren Zählzeiten in halbierter Geschwindigkeit zu hören. Dieser Kontrast wird durch schnelle Drums und langsamen Bass noch weiter hervorgehoben und macht einen Gutteil des Reizes dieser Stilrichtung aus. Der selbe Effekt kommt auch im Drum'n'Bass zum tragen, der allerdings, der ständigen Beschleunigung der modernen Tanzmusik angepasst, noch um einiges schneller gespielt wird. Die meisten der in der ersten Hälfte der 1990er entstandenen Jungletracks wurden von einem toastenden MC begleitet. Auch in den Texten waren die Anknüpfungspunkte zu Jamaikas Raggamuffin sehr stark.

Entwicklung
Jungle wurde in der ersten Hälfte der 1990er Jahre in England von Musikern westindischer Herkunft entwickelt und produziert. Dort erreichte er eine derartige Popularität, dass zeitweise mehrere Jungletracks gleichzeitig in den britischen Charts verteten waren. Viele der ersten Jungletunes wurde mit primitivsten Mitteln produziert, so zum Beispiel Some Justice von Aphrodite und Mickey Finn, das auf zwei Amiga 500 mit Hilfe eines Trackers produziert wurde.
In England wird die Bezeichnung Jungle heute meist gleichbedeutend mit Drum'n'Bass verwendet. Dies kommt in erster Linie von der langen Jungletradition und dem großen damaligen Erfolg. Der Ur-Jungle der Produzenten westindischer Herkunft wird deshalb zur Abgrenzung oft als Ragga Jungle bezeichnet.
Simultan mit dem Erfolg des Ur-Jungles hatten Produzenten den Jungle bereits stilistisch weiterentwickelt. Die Musik wurde minimalistischer, insbesondere die Ragga-Elemente verschwanden fast vollständig. Darkside, ein Subgenre des Jungle, setzte beispielsweise auf eine sehr düstere Atmosphäre. 1993 produzierte Goldie den Track "Terminator". Er gilt als Blaupause eines neuen Stils, der Mitte der 1990er Jahre Jungle ablösen sollte: Drum'n'Bass.


Posted at 10:38 am by kameshorama

 

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